Klink für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie
 Universitätsmedizin Leipzig

Behandlung

Übersicht über die wichtigsten Behandlungsschritte

Wie bereits erwähnt ist eine erfolgreiche Behandlung von Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten nur durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Kieferorthopäden, Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen, Hals-Nasen-Ohren-Ärzten, Kinderärzten, Zahnärzten und Logopäden möglich und sollte daher auch speziell auf die Behandlung von Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten ausgerichteten Zentren vorbehalten sein. Nur so ist ein gut abgestimmtes Vorgehen und damit eine individuelle optimale Betreuung Ihres Kindes zu erreichen.

Kieferorthopädische Behandlung

Bei Neugeborenen mit einer Gaumenspalte sind Mund- und Nasenraum mit ihren unterschiedlichen Aufgaben nicht getrennt. Dadurch sind Atmen, Trinken, Schlucken, die frühe Lautbildung und die Mimik beeinträchtigt. Durch das Eingliedern einer aus Kunststoff bestehenden Gaumenplatte wird bereits in den ersten Lebenstagen eine Trennung der Mund- und Nasenhöhle erreicht.

Die Eingliederung einer Gaumenplatte fördert die richtige Zungenlage, da sich der Zungenkörper nun nicht mehr in die Gaumenspalte einlagern kann. Verbunden damit ist eine bessere Voraussetzung für das Erlernen der regelrechten Lautbildung. Die Gaumenplatte ermöglicht weiterhin die Ausformung und Entwicklung des Oberkiefers und begünstigt durch eine Verschmälerung des Spaltes das spätere Ergebnis der spaltverschließenden Operation. In manchen Fällen kann auch die Nahrungsaufnahme durch eine "Mund-Nasen-Trennplatte" erleichtert werden. Wichtig ist eine engmaschige Kontrolle durch den Kieferorthopäden, da auf Grund des Wachstums regelmäßige Anpassungen und Erneuerungen der Platte notwendig sind.


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Das Tragen einer Gaumenplatte ist bis zum operativen Verschluss des Gaumens mit ca. 11 - 12 Monaten erforderlich. Auch danach sollte eine regelmäßige kieferorthopädische Kontrolle Ihres Kindes im Rahmen unserer Spaltsprechstunde erfolgen, um frühzeitig Entwicklungsstörungen der Kiefer und Zähne erkennen und behandeln zu können.
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Mit dem Durchbruch der bleibenden Zähne beginnt in der Regel die zweite Phase der kieferorthopädischen Behandlung, die sich über den gesamten Zeitraum der Gebissentwicklung bis zum Wachstumsabschluss erstreckt.

Über die bei Ihrem Kind notwendigen Behandlungsschritte (z. B. Behandlung mit einer herausnehmbaren oder festsitzenden Zahnspange) werden Sie in einem ausführlichen Gespräch mit den Kollegen der kieferorthopädischen Abteilung informiert.
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Operative Behandlung

Durch eine Verbesserung der Narkosetechniken und der begleitenden Diagnostik konnte das Operationsrisiko für die betroffenen Kinder in den letzten Jahren deutlich gesenkt werden, so dass es heute möglich ist, auch schon wenige Monate nach der Geburt längere Narkosen ohne Gefährdung für die Kinder durchzuführen. Leider ist bei den meisten Spaltformen der gleichzeitige Verschluss aller Spaltabschnitte nicht möglich, so dass abhängig vom Schweregrad mehrer Operationen notwendig sind.

Das operative Konzept unserer Klinik beruht auf dem Grundgedanken, eine anatomisch weitgehend korrekte Wiederherstellung aller durch die Spalte betroffener Strukturen bis zum Ende des ersten Lebensjahres zu erreichen, um so eine ungestörte Entwicklung des Mittelgesichtes und der Sprachbildung zu ermöglichen. Ziel ist die problemlose Einschulung des Kindes mit 6 Jahren. Im Folgenden wollen wir ihnen den operativen Behandlungsablauf an unserer Klinik im Einzelnen vorstellen.

 
Letzte Änderung: 28.04.2014, 15:15 Uhr
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