Klink für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie
 Universitätsmedizin Leipzig

Allgemeine Zahnheilkunde

Kinder mit einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte bedürfen einer besonderen zahnärztlichen Betreuung. Häufig kommt es bei ihnen durch anlagebedingte Schmelzveränderungen der Zähne im Bereich des Kieferspaltes zu einer erhöhten Kariesanfälligkeit. Darüber hinaus ist aufgrund von Zahnfehlstellungen im Oberkiefer die Zahnreinigung oft erschwert.

Bei Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten ist es daher besonders wichtig, auf eine gründliche Mundhygiene zu achten. Zusätzlich sollten weitere Maßnahmen wie die Fluoridprophylaxe z. B. in Form von Fluoridtabletten oder fluoridierten Zahnpasten erfolgen.

Da der Erhalt der Zähne entscheidend für das Kieferwachstum ist, sollten die beschriebenen Maßnahmen schon beim Durchbruch der Milchzähne eingeleitet werden. Außerdem ist es wichtig, auf eine gesunde ausgewogene Ernährung zu achten.

Auf Grund der engen Beziehung des seitlichen oberen Schneidezahnes zum Kieferspaltbereich, weist dieser Zahn am häufigsten Unregelmäßigkeiten auf. Er kann nicht angelegt oder doppelt angelegt sein. Häufig finden sich auch Größenabweichungen oder eine veränderte Zusammensetzung der Zahnhartsubstanz, was zu Abweichungen der Zahnfarbe und einer erhöhten Kariesanfälligkeit führen kann. Bei einigen Kindern ist auch die Position dieses Zahnes im Zahnbogen verändert.

lippenspalten39 lippenspalten40 Patient mit linksseitiger LKG-Spalte vor und nach Implantatversorgung bei fehlendem seitlichen Schneidezahn

In diesen Fällen werden Zahnarzt und Kieferorthopäde mit ihnen die beste Behandlungsmöglichkeit besprechen (z. B. Aufbau des Zahnes, Überkronen, Einstellung in den Zahnbogen mit kieferorthopädischen Mitteln). Wenn der seitliche Schneidezahn bei Ihrem Kind nicht angelegt ist, besteht heutzutage die Möglichkeit, den Kieferspalt zunächst mit Knochen aufzufüllen und anschließend eine künstliche Zahnwurzel (Implantat) einzubringen, auf die eine sehr natürlich wirkende Keramikkrone aufgebracht wird.

Eine solche Implantation ist jedoch erst nach dem weitestgehenden Abschluss des Kieferwachstums mit ca. 16 Jahren möglich.

 
Letzte Änderung: 28.04.2014, 15:44 Uhr
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