Klink für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie
 Universitätsmedizin Leipzig

Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde/Phoniatrie/Logopädie

Hörstörungen

Die Gaumenmuskulatur sorgt nicht nur für einen Abschluss der Mundhöhle zum Nasebrachen sondern ist auch erforderlich für eine regelrechte Hörfunktion, da bei jedem Schlucken über die Ohrtrompete (Eustachische Röhre = Verbindung zwischen Rachen und Mittelohr) eine Belüftung des Mittelohres erfolgt. Bei Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten ist diese Funktion durch die Spaltbildung beeinträchtigt, so dass der fehlende Druckausgleich zu einem Unterdruck hinter dem Trommelfell, einer Ansammlung von Flüssigkeit im Mittelohr (Paukenerguss) und einer chronischen Entzündung führen kann. Als Ergebnis dieser chronischen Mittelohrentzündungen kann eine Beeinträchtigung des Hörvermögens resultieren, woraus sich auch eine gestörte Sprachentwicklung ergibt, da die Kinder nicht in der Lage sind, bestimmte Klangunterschiede in der Lautbildung zu unterscheiden.

Auch nach erfolgreichem Verschluss der Gaumenspalte im Alter von etwa einem Jahr kann die Gaumenmuskulatur in ihrer Funktionstüchtigkeit zum Beispiel beeinträchtigt bleiben und zu den oben genannten Komplikationen führen. Daher ist eine engmaschige Betreuung dieser Kinder durch den Hals-Nasen-Ohren-Arzt sehr wichtig. Mit Hilfe einer ohrmikroskopischen Untersuchung und Hörtests kann schon im Säuglingsalter eine gestörte Mittelohrbelüftung erkannt werden. Das Hörvermögen kann in der Mehrzahl der Fälle bereits durch das Legen eines Belüftungsröhrchens (Paukendrainage) wiederhergestellt werden.

Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen

Die Entwicklung der kindlichen Sprache ist ein sehr komplexer Vorgang. Durch eine Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte ist sie häufig beeinträchtigt und bedarf einer engen Betreuung durch den Logopäden.

Ursächlich für eine Störung der Sprachentwicklung kann zum einen die Beeinträchtigung des Hörvermögens sein, was mit einer gestörten Lautbildung und einem eingeschränkten Wortschatz einhergeht. Zum anderen bestehen häufig Probleme beim Zusammenspiel der Lippen-, Zungen- und Gaumenmuskulatur. Dadurch erfolgen die Lautbildungen an der falschen Stelle. So können einzelne Laute oder Lautgruppen zu weit hinten (z.B. häufiges Ersetzen von "d" und "t" durch "g" und "k") oder zu weit vorn im Mund (die Zungenspitze erscheint bei "n" oder "l" an der Lippe) gebildet werden.

Eine Beeinträchtigung des Stimmklanges ist auch durch eine Störung der Gaumensegelfunktion möglich. Die Trennung des Mund- und Rachenraumes durch das Gaumensegel gelingt bei Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten nicht immer ausreichend, so dass bei bestimmten Lauten wie "g", "k", "b", "p", "d" und "t" Luft durch die Nase entweichen kann und ein unterschiedlich stark ausgeprägtes "Näseln" (Rhinophonia aperta) entsteht.

Ganz wichtig für eine ungestörte Sprachentwicklung Ihres Kindes ist ein guter sprachlicher Umgang zu Hause. Dazu gehören langsames Sprechen, eine deutliche Aussprache sowie die Erziehung des Kindes zu Blickkontakt und akustischer Aufmerksamkeit in ruhiger Atmosphäre.

In unserer Spaltsprechstunde wird durch den Logopäden auch die sprachliche Entwicklung ihres Kindes begleitet und wenn notwendig durch eine gezielte Sprachtherapie unterstützt.

 
Letzte Änderung: 28.04.2014, 16:13 Uhr
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